Also suchten wir emsig weiter. Uns wurde wenig Hoffnung gemacht: Der Wohnungsmarkt in Grande Prairie sei leergefegt – und das insbesondere zu dieser Zeit, weil sich viele Arbeiter, die den Sommer über in Wohnwagen gelebt haben, nun für den Winter eine warme Wohnung mieteten. Außerdem wurden wir vorgewarnt, dass die Mietpreise enorm hoch seien und dann noch einiges an Nebenkosten hinzukämen (bisher hatten uns die Bussis mietfrei aufgenommen und uns sogar noch durchgefüttert!). Tolle Aussichten also...
Nach intensiver Recherche im Internet hatten wir einige Adressen in Sexsmith aufgeschrieben. Wir fuhren erstmal los, um die Lage und den äußerlichen Zustand der Wohnungen zu checken. Es wurde eine witzige Fahrt ohne Erfolge: Ein Typ wunderte sich, dass seine Wohnung als zu vermieten im Internet stand, eine Frau war sich unsicher, ob noch was frei war und gab uns die Nummer des Landlords. Eine Adresse war ein hübsches Haus! Leider hatte es nur gerade eine nette Familie gekauft. Die Frau wollte sich bei ihren Freunden nach Wohnungen umhören und schrieb sich meine Handynummer auf.
Fenja hatte aber auch noch ein besonderes Objekt in Grande Prairie gefunden – ein kleines, schnuckeliges, altes Häuschen! Als wir dort vorbeifuhren, verliebten wir uns sofort und konnten uns schon richtig gut vorstellen, wie wir dort den Winter verbringen. Eigentlich wahnsinnig, weil es teuer in der Miete und durch das Baujahr wahrscheinlich auch teuer in den Nebenkosten gewesen wäre. Außerdem hätte sich der Weg zur Arbeit auf eine halbe Stunde verdreifacht (zuzüglich der winterbedingten Verzögerungen). Trotzdem waren wir ganz „aus dem Häuschen“. So rief ich beim Markler an und bekam den ersten Stock zwischen die Beine geschoben: Wir sollten einen Antrag ausfüllen. Erst dann würden sie sich bei uns melden, um einen Besichtigungstermin abzusprechen. Komplizierter Laden... Ich sollte unter anderem meine Arbeitsstellen der letzten Jahre aufzählen. Nun ja, wir bewältigten diesen Papierkram, ließen uns den Antrag vorbeibringen und erfuhren, dass wir uns nach 24 Stunden melden sollten, wenn wir bis dahin noch keinen Anruf von der Firma erhalten hätten. So vergingen sehr spannende 24 Stunden... in denen keiner anrief. Als ich mich kurz danach zurückmeldete, verging eine Weile, bis die Frau am Telefon herausfand, dass unser Antrag noch in Bearbeitung sei und sie sich dann bei uns melden würden.. Bis heute haben sie sich nicht gemeldet. Und somit ist auch schon aufgelöst, was mit unserem Traum vom eigenen Häuschen passiert ist – er ist geplatzt und hat sich in Luft aufgelöst.
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