FÜNFTE WOCHE
fenja.
Unsere
fünfte Woche startete mit meinem ersten Arbeitstag bei Subway!
Ich
hatte mich in der letzten Woche bei Subway in Sexsmith beworben und
ein langes Gespräch mit meinem neuen philippinischen Chef gehabt.
Dabei ging es garnicht hauptsächlich um den Job, der Storemanager
erzählte mir seine ganze Lebensgeschichte, seine Familiensituation,
seine Lebensphilosophie - er ist ein echter Workaholic! Außerdem
wollte er mir sofort einen Job anbieten, allein aus dem Grund, weil
ich Deutsche bin und er der Meinung ist, dass die Deutschen und die
Philippinen ein wunderbares Verhältnis hätten. Nach einer 3/4
Stunde ging es dann endlich um den Job, was meine Aufgaben wären und
was ich verdienen würde.
So
fuhr ich also am Monatgmorgen Tobi zur Arbeit und dann um 10 Uhr zu
Subway zu meinem ersten Training.
Die
erste halbe Stunde ging es um das Thema Glaube und Philosophie.
Moment, wo arbeite ich nochmal? :D
Aber
es wurde danach doch noch ernst: mein Chef zeigte mir mein
zukünftiges Arbeitsfeld und wie der Vorgang der Herstellung eines
Subs ablief. Übrigens heißen die Sandwiches bei Subway "Sub",
weil sie wie kleine U-Boote aussehen, also "Submarines"!
Das
Menü ist ziemlich kompliziert, aber ich habe einen sehr geduldigen
Trainer, den ich viele Fragen stellen kann.
Mein
Hauptarbeitsbereich würde für die erste Zeit die Kasse sein, wo man
an einem Touch-Bildschirm das Menü des Kunden eingibt, wobei es sich
um ein ziemlich kompliziertes System handelt... Ansonsten ist der
Subway-Ablauf sehr einfach gehalten und ich hab sehr nette Kollegen,
die ich jederzeit alles fragen kann.
Ich
habe einen weiteren philippinischen Kollegen und einen aus Afrika,
der auch noch nicht so lange in Kanada lebt und einen sehr
schwierigen Akzent hat. Aber die zwei sind sehr witzig! Überhaupt
gefällt mir die Arbeitsatmosphäre sehr gut.
Es
gibt schon viele Stammkunden, obwohl der Subway relativ neu ist und
ich wurde jedem persönlich vorgestellt. Ich bin sowieso die
Attraktion des ganzen Subwayladens, alle Kunden wollen wissen, was
für einen Akzent ich habe und wie man meinen als "pretty"
bezeichneten Namen ausspricht.
So
habe ich jeden Tag in dieser Woche immer etwas dazugelernt. Ich hab
tolle Arbeitszeiten von 11-15 Uhr. Von 12-13 Uhr ist Rushhour, da
geht die Schlange fast bis nach draußen. Ich merke immer wieder,
dass man aus Fehlern lernt, ich hatte einige Schwierigkeiten beim
Abrechnen, aber jeden Tag wurde es besser. Nach dem Ansturm kann ich
mir dann immer meinen eigenen Sub kreieren.
Mein
philippinischer Kollege Roland macht dauernd Späße, einmal ist er
nach draußen gegangen, um die Fenster von außen zu putzen und als
gerade keiner hinsah, hat er schnell die Windschutzscheibe seines
Autos geputzt! Mit einem Zwinkern zu uns Mitarbeitern ;)
Am
Freitag war das erste Mal eine andere weibliche Mitarbeiterin da,
deren Zeitplan mein Chef extra wegen mir geändert hat. Tessie ist
nämlich schon länger dabei als er selbst und ist Profi. Sie soll
mich trainieren und für Mädelsgespräche da sein, wie mein Chef
meinte. Erst war ich etwas skeptisch, aber ich hab schnell
herausgefunden, dass sie sehr nett ist. Bei ihr sieht das
Sandwichbelegen wie ein Tanz aus. Ganz fließende, schnelle
Bewegungen.
Beim
Mittagessen hab ich herausgefunden, dass sie auch Vegetarieren ist,
was hier wirklich sehr selten ist! Wir haben uns sehr nett
unterhalten :).
Die
Arbeit bei Subway macht ziemlich viel Spaß, ist aber auch sehr
anstrengend. Es muss alles so schnell wie möglich, aber trotzdem
qualitativ gut sein. Und meine Ansicht über Subway hat sich noch um
einiges verbessert, denn es wird alles wirklich so frisch wie möglich
zubereitet und fast alles selbstgebacken.
Zwei
Tage die Woche sorge ich für je 3 Stunden für Bussemeiers Haushalt,
was meinen Zweitjob darstellt.
Wir
haben unser Auto wieder mit Matraze und Lunchpacket eingerichtet und
sind los in den Herbst Kanadas!
Diesmal
wusste nur Tobi wo es hingehen sollte, ich ließ mich überraschen.
Wir
fuhren also ca. 3 Stunden in Richtung Nordosten zum Zielort McLennan.
Dort gibt es einen Birdwalk, also eine Art Vogelschutzgebiet. Dieses
Gebiet konnte man zur Hälfte auf einem Steg begehen und dann mit
einem Fernglas bis zu einem riesien See gucken, wo man am Ufer ganz
viele weiße Vögel entdecken konnte.
Wir
probierten den großen Campingkocher von Shalagans aus und waren sehr
glücklich über Nudeln mit Pesto und heißem Tee, dazu Brötchen mit
Tomate/Mozzarella. Über Nacht probierten wir die kleine mobile
Heizung von Shalagans aus, die über Steckdose funktioniert. Sie war
etwas laut... Wir sind einige Male aufgewacht, aber sie tat gute
Arbeit!
Am
nächsten Tag stand ein weiterer kleiner Ausflug an, an den Simonete
River! Das war wunderschön! Ein sehr kurvenreiche Straße führte
steil bergab und offenbarte uns einen herrlichen Blick auf den
kanadischen Herbst! Unten angekommen parkten wir so nah am Fluss wie
erlaubt war und liefen den Rest des Weges barfuß über steinigen
Strand. Direkt am Fluss stand eine Bank, von wo wir einen tollen
Blick hatten.
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