Mittwoch, 2. Oktober 2013

FÜNFTE WOCHE


fenja. 
Unsere fünfte Woche startete mit meinem ersten Arbeitstag bei Subway!

Ich hatte mich in der letzten Woche bei Subway in Sexsmith beworben und ein langes Gespräch mit meinem neuen philippinischen Chef gehabt. Dabei ging es garnicht hauptsächlich um den Job, der Storemanager erzählte mir seine ganze Lebensgeschichte, seine Familiensituation, seine Lebensphilosophie - er ist ein echter Workaholic! Außerdem wollte er mir sofort einen Job anbieten, allein aus dem Grund, weil ich Deutsche bin und er der Meinung ist, dass die Deutschen und die Philippinen ein wunderbares Verhältnis hätten. Nach einer 3/4 Stunde ging es dann endlich um den Job, was meine Aufgaben wären und was ich verdienen würde.

So fuhr ich also am Monatgmorgen Tobi zur Arbeit und dann um 10 Uhr zu Subway zu meinem ersten Training.
Die erste halbe Stunde ging es um das Thema Glaube und Philosophie. Moment, wo arbeite ich nochmal? :D

Aber es wurde danach doch noch ernst: mein Chef zeigte mir mein zukünftiges Arbeitsfeld und wie der Vorgang der Herstellung eines Subs ablief. Übrigens heißen die Sandwiches bei Subway "Sub", weil sie wie kleine U-Boote aussehen, also "Submarines"!
Das Menü ist ziemlich kompliziert, aber ich habe einen sehr geduldigen Trainer, den ich viele Fragen stellen kann.
Mein Hauptarbeitsbereich würde für die erste Zeit die Kasse sein, wo man an einem Touch-Bildschirm das Menü des Kunden eingibt, wobei es sich um ein ziemlich kompliziertes System handelt... Ansonsten ist der Subway-Ablauf sehr einfach gehalten und ich hab sehr nette Kollegen, die ich jederzeit alles fragen kann.
Ich habe einen weiteren philippinischen Kollegen und einen aus Afrika, der auch noch nicht so lange in Kanada lebt und einen sehr schwierigen Akzent hat. Aber die zwei sind sehr witzig! Überhaupt gefällt mir die Arbeitsatmosphäre sehr gut.
Es gibt schon viele Stammkunden, obwohl der Subway relativ neu ist und ich wurde jedem persönlich vorgestellt. Ich bin sowieso die Attraktion des ganzen Subwayladens, alle Kunden wollen wissen, was für einen Akzent ich habe und wie man meinen als "pretty" bezeichneten Namen ausspricht. 

So habe ich jeden Tag in dieser Woche immer etwas dazugelernt. Ich hab tolle Arbeitszeiten von 11-15 Uhr. Von 12-13 Uhr ist Rushhour, da geht die Schlange fast bis nach draußen. Ich merke immer wieder, dass man aus Fehlern lernt, ich hatte einige Schwierigkeiten beim Abrechnen, aber jeden Tag wurde es besser. Nach dem Ansturm kann ich mir dann immer meinen eigenen Sub kreieren.

Mein philippinischer Kollege Roland macht dauernd Späße, einmal ist er nach draußen gegangen, um die Fenster von außen zu putzen und als gerade keiner hinsah, hat er schnell die Windschutzscheibe seines Autos geputzt!  Mit einem Zwinkern zu uns Mitarbeitern ;)

Am Freitag war das erste Mal eine andere weibliche Mitarbeiterin da, deren Zeitplan mein Chef extra wegen mir geändert hat. Tessie ist nämlich schon länger dabei als er selbst und ist Profi. Sie soll mich trainieren und für Mädelsgespräche da sein, wie mein Chef meinte. Erst war ich etwas skeptisch, aber ich hab schnell herausgefunden, dass sie sehr nett ist. Bei ihr sieht das Sandwichbelegen wie ein Tanz aus. Ganz fließende, schnelle Bewegungen.

Beim Mittagessen hab ich herausgefunden, dass sie auch Vegetarieren ist, was hier wirklich sehr selten ist! Wir haben uns sehr nett unterhalten :).

Die Arbeit bei Subway macht ziemlich viel Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Es muss alles so schnell wie möglich, aber trotzdem qualitativ gut sein. Und meine Ansicht über Subway hat sich noch um einiges verbessert, denn es wird alles wirklich so frisch wie möglich zubereitet und fast alles selbstgebacken.

Zwei Tage die Woche sorge ich für je 3 Stunden für Bussemeiers Haushalt, was meinen Zweitjob darstellt.


Am Wochenende haben wir unseren zweiten Mini-Roadtrip gemacht!


Wir haben unser Auto wieder mit Matraze und Lunchpacket eingerichtet und sind los in den Herbst Kanadas!
Diesmal wusste nur Tobi wo es hingehen sollte, ich ließ mich überraschen.
Wir fuhren also ca. 3 Stunden in Richtung Nordosten zum Zielort McLennan. Dort gibt es einen Birdwalk, also eine Art Vogelschutzgebiet. Dieses Gebiet konnte man zur Hälfte auf einem Steg begehen und dann mit einem Fernglas bis zu einem riesien See gucken, wo man am Ufer ganz viele weiße Vögel entdecken konnte.

Nach unserem Spaziergang fuhren wir zu einem Campingplatz, den wir komplett für uns alleine hatten. Dort war auch ein kleiner See, eher ein Teich, den Tobi sich größer vorgestellt hatte, aber man konnte sich gemütlich auf einen Steg setzen.

Wir probierten den großen Campingkocher von Shalagans aus und waren sehr glücklich über Nudeln mit Pesto und heißem Tee, dazu Brötchen mit Tomate/Mozzarella. Über Nacht probierten wir die kleine mobile Heizung von Shalagans aus, die über Steckdose funktioniert. Sie war etwas laut... Wir sind einige Male aufgewacht, aber sie tat gute Arbeit!

Am nächsten Tag stand ein weiterer kleiner Ausflug an, an den Simonete River! Das war wunderschön! Ein sehr kurvenreiche Straße führte steil bergab und offenbarte uns einen herrlichen Blick auf den kanadischen Herbst! Unten angekommen parkten wir so nah am Fluss wie erlaubt war und liefen den Rest des Weges barfuß über steinigen Strand. Direkt am Fluss stand eine Bank, von wo wir einen tollen Blick hatten.




Abends kamen wir wieder bei Bussis an, müde und glücklich!

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