Es gab die ersten besorgten Reaktionen auf unseren letzten Blogeintrag. Deshalb wollen wir euch nicht weiter im Unklaren lassen über die aktuellen Entwicklungen am anderen Ende des Großen Sees.
Wir hatten in der siebten Woche unseren ersten Kinoabend mit Björn, Chelsea und... ähm nen Freund. Titel des großartig lässigen Films: 2 Guns! Stilvolle Autos, wahre Verbrecher, viele wilde Gefechte und eine spannende Story! Ich hatte den Film bereits mit Norwin gesehen und konnte Fenja so helfen, dem Verlauf durch die schnellen Dialoge hindurch zu folgen. Hätte ich den Film vorher allein gesehen, wär ich mit nem großen Fragezeichen auf der Stirn nach Hause gefahren. Sehr angenehm am kanadischen Kino: Die freie Platzwahl im angenehm leeren Saal. Nur das hier grundsätzlich immer gesalzene Popcorn ist etwas gewöhnungsbedürftig..
Am Samstag hatten wir Full House auf der Farm - Thanksgiving Party! Tolles Essen und viele Leute. Während die Großen sich drinnen unterhielten vertrieben wir Jugendlichen ;) uns die Zeit draußen mit Ballspielen. Das Highlight was das Verstecken spielen - eine große Herausforderung auf solch einem riesigen Gelände mit so vielen Gebäuden und Gegenständen! Wir brauchten wirklich sehr lange, um alle zu finden - mit Hilfe aller Beteiligten. Björn musste sich beispielsweise bemerkbar machen, indem er unseren Van ordentlich durchschüttelte. Zwei Jungens hatten sich auf dem Hausdach versteckt - wirklich kniffelig! Warum ich das ganze schreibe? Ich vermisse den Kindergarten! Spielen liegt in der Natur des Menschen, beim Spielen lernen wir (...zB die Umgebung kennen). Welcher andere Beruf erlaubt es Dir noch, in einem gewissen Rahmen spielerisch zu arbeiten? Allerdings sehe ich auch den Vorteil, dass man beim Spielen außerhalb der Arbeitszeit eigenverantwortliche, unvernünftige Sachen anstellen kann (auf fahrende Güterzüge springen zum Beispiel...).
Fahren wir fort mit der siebten Woche, die eine wunderbare Wendung brachte:
Fenjas Chef hatte bezüglich unserer Wohnungssuche einen Goldenen Tip: Er wusste, dass eine seiner ehemaligen Subway-Mitarbeiterinnen mit ihrer Familie aus Sexsmith nach Edmonton ziehen wollte. Es dauerte ein paar Tage, bis wir die Nummer des Landlords der Wohnung hatten. Es handelt sich um ein Fourplex, also ein Haus, das in vier seperate Wohnungen eingeteilt ist. Eine dreiviertel Stunde nach unserem Anruf standen wir schon mit Ed im Appartment Number One und staunten nicht schlecht: So hell und freundlich war's. Während der gemeine Kanadier dunkle, erdfarbene Einrichtungen bevorzugt, war diese Wohnung hingegen komplett weiß gestrichen und hatte viele Fenster, einen gasbetriebenen Fake-Ofen, eine große Küche mit Kühlschrank, Ofen, Geschirrspüler und Durchreiche ins Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, ein süßes Bad, eine Waschküche mit Waschmaschine und Trockner und einiges an zusätzlichem Stauraum. Ach ja, obendrauf noch ein Balkon. Und das Beste: Zwei Gehminuten zu Winmar, fünfzehn Gehminuten zu Subway. Gut für's Auto und unser Konto. Als uns klar wurde, dass die Makler des Hauses in Grande Prairie sich wohl nicht mehr melden würden (bis heute kein Rückruf), überlegten wir ernsthaft, unseren Traum vom eigenen Haus aufzugeben. Uns wurde schnell klar, dass es wohl noch nicht dran sei, schon gleich ein ganzes Haus zu verwalten. Uns gefiel der Gedanke, mit einer gemeinsamen eigenen Wohnung zu beginnen. Das Objekt in Sexsmith erschien uns als überdimensioniert für uns zwei und die Miete ist entsprechend hoch - aber letztlich überzeugte uns das tolle Innenleben und die perfekte Lage. Und so kam es, dass wir am Abend des 14. Oktober 2014 unsere erste eigene Wohnung betreten konnten! Unser Vermieter Ed ist echt lieb und kümmert sich super um uns. Wir fühlen uns ganz wunderbar gesegnet mit dieser Wohnung - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es im Moment sehr schwierig ist, hier an Wohnraum zu kommen.
Diese Woche war entsprechend gefüllt mit großen Einkaufs-Events! Wir bekamen viel Interieur als Starthilfe geliehen und nun geht's an's Einrichten und Dekorieren. Fenja bekam ein Malset und ich freue mich schon, wenn ihr erstes Bild an der Wand hängt. Wir genießen die Ruhe und die Zeit zu zweit: Dies ist ein bewusster Schritt, unsere Beziehung weiter zu vertiefen. So, nun aber Schluss. Wir wollen ja nicht noch persönlich werden...Fenja hat jetzt jeden Donnerstag einen Mädelsabend mit Freunden vom PRBI und ich werde kommenden Sonntag das erste Mal im Gottesdienst am Klavier sitzen. Außerdem sind wir eingeladen worden, am Dienstag in einen Hauskreis aufgenommen zu werden! Langsam aber sicher schlagen wir Traveller hier Wurzeln ;) Bis zum April, dann beginnt der große Roadtrip durch den Westen Kanadas!
Mit dieser knappen Vorschau auf die nächsten Tage schließe ich meinen Bericht für heute. Fotos folgen!


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