(Tobi) Puuh, nun sind wir schon seit zehn Tagen unterwegs und entfernen uns immer weiter von unserer "Heimat", der weiten Prärie mit den vielen Trucks und Öljobs... Und ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll, so viel haben wir schon erlebt! Aber das Tragische am Ganzen ist, dass wir euch noch nicht einmal über die letzte Woche vor der Abfahrt berichtet haben. Somit habe ich jetzt die schwierige Aufgabe, mich in eine so weit entfernt scheinende Zeit zurück zu versetzen - die Ölzeit...

Wir hatten fünf Tage eingeplant, um alles vorzubereiten. Erst einmal brachten wir nach und nach alle Möbel an ihre eigentlichen Eigentümer zurück. Danke nochmal an Norwin, der uns mit seinem Truck dabei half. Gut für uns, dass wir die Möbel nur geliehen hatten - so hatten wir keine Probleme, alles wieder "los zu werden". Beim Wohnung ausräumen waren wir dann aber doch von uns selbst überrascht, wie viele Sachen wir so in den acht Monaten angesammelt hatten. Eindeutig zu viel, um Platz im Minivan zu finden! Und so liegen nun ein paar Kisten auf der Farm - mit Sachen, von denen wir noch nicht wissen, was wir genau damit anfangen sollen bzw. wie wir das alles zurück nach Deutschland kriegen ;) Der Schritt zum Roadtrip ist für uns ein extremes Downsizing von unserer großen, komfortablen Wohnung in eine Familienkutsche (von großer Immobilie zu kleiner Mobilie). Nach einiger Gripsbewegung hatte ich mit Björn ein Bananenkisten-Stausystem mit daraufliegendem Lattenrost gebaut. Die Öffnungen an den Schiebetüren sind etwas zu klein geraten, unsere Unperfektheit verhalf uns aber dazu, dass das Ganze ausreichend flexibel bewegt werden kann, um jeweils eine Seite weit genug nach vorne zu schieben, damit man die Kisten herausziehen kann. Leider ist die Ladekante am Heck zu hoch, sodass wir keine Kisten von hinten herausziehen können. Das erschwert einiges, aber wir sehen es als einen kleinen Ausgleich zur ausbleibenden körperlichen Arbeit (ist auch schon wirklich bedauernswert, zwei Monate nicht arbeiten zu können ;)
Am Montag Abend kamen Björn und Chelsea aus Deutschland. Nette Runde am Dienstag inklusive Haircut für Fenja, den Anna uns zur Abreise geschenkt hat.
Am Mittwoch liefen wir den Putz-Endspurt in der Wohnung. An deutsche Verhältnisse gewohnt, hatte Fenja sich Sorgen gemacht, ob wir auch alles ordentlich genug hinterlassen würden. An kanadische Verhältnisse gewohnt, bedankte sich unser Vermieter bei der Schlüsselübergabe dafür, wie gut wir sauber gemacht haben :) Und dann waren wir unsere Wohnung los - die neuen Mieter warteten schon draußen. Am 30. April 2014 gegen 20 Uhr startete offiziell unser großer zweimonatiger Roadtrip durch den Westen Kanadas plus Westküste USA. Die erste Station: Ein paar Straßen weiter bei Björn und Chelsea ein Abschiedsbier trinken. Spät am Abend fuhren wir noch einmal am Appartement vorbei, in dem wir einige Stunden vorher noch die Schlüsselgewalt hatten.
 |
| Links im Bild - Fenja, schlafend im Minivan. |
Die erste "mietfreie Nacht" verbrachten wir bei Bussis auf der Farm. Abends hatten wir eine nette Gemeinschaft und der 1. Mai begann mit Sonnenschein und einem edlen Abschiedsfrühstück mit Croissants und den Potters als Ehrengäste. Vielen Dank, Hanna und Thomas - das war ein toller Abgang!
 |
| Donuts! |
|
 |
| Erster Tankstop in Fox Creek | | |
|
Die ersten Kilometer flogen schnell dahin. Das Ziel war klar: In Edmonton Verwandtschaft besuchen. Margaret Hansen, eine Cousine meiner Mutter und ihr Mann Alvin leben im Sherwood Park. Uns erwartete Groß!artiges... Aber dazu später mehr, wir brauchen Bewegung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen