(Tobi) Am Donnerstag war der Große Tag. Wir hatten Fenjas Mama Gabi das ultimative Weihnachtsgeschenk gemacht: Mit Ullis Hilfe wurden die Flugtickets für einen zweiwöchigen Aufenthalt bei uns in Kanada gekauft und dann Gabi untern Baum gelegt :) Die Route führte von Hamburg über London und Edmonton zum schnuckeligen Flughafen in Grande Prairie. Geplante Ankunftzeit: Kurz vor der Tagesschau (kanadischer Zeit). Ich hatte ausgerechnet an diesem Tag einen verrückten Job aufgedrückt bekommen, zu dem ich mit einer Kollegin morgens um 6 losfuhr, um nach sechs Stunden Fahrt entspannte 1 1/2 Stunden zu arbeiten und dann wieder knapp sechs Stunden zurück zu hetzen. Ich kam knapp rechtzeitig zu Hause an und bekam dann von Fenja die Neuigkeit, dass für Gabi das Abenteuer schon auf dem Hinflug begonnen hatte (so war's bei uns "damals" ja auch). Durch Verspätungen und falschen Wegweisungen verpasste sie ihren Anschlussflug in Edmonton. Aber Gabi ist ne ganz patente Frau - und so holte sie Hannas Telefonnummer raus, ließ dort anrufen und griff sich am Schalter den Hörer, um Hanna zu berichten. Gemeinsam fanden sie einen Weg, Gabi noch am gleichen Tag nach GP zu bringen und so holten wir sie kurz nach Mitternacht vom Flughafen ab.
Tja, und was machen Mutter und Tochter gemeinsam am ersten "Arbeitstag"? Genau, shoppen! Fenja hatte den Kühlschrank absichtlich hungern lassen. Als ich am Freitag von der Arbeit kam staunte ich über die kulinarische Vielfalt im Haus und ließ mir von zwei begeisterten Frauen ihre neuen Klamotten zeigen. Immer wieder interessant, wie fasziniert Frauen von Zahlen sind, wenn dahinter ein Prozentzeichen steht...
Zum Feierabend entführte ich Gabi nach Grande Prairie, Kleinigkeiten einkaufen und nett nen Kaffee trinken.

Am Samstag ging's mit Allemann zur Farm, die Bussis kennen lernen. Anschließend stellten wir Gabi vor eine Herausforderung: Der erste kleine Roadtrip in der nahen Umgebung (1 1/2 Std. entfernt). Eine Kollegin hatte mit mir auf dem Weg nach Valleyview in einem tollen Restaurant Mittagspause gemacht und mir dann noch verraten, an welcher Tanke es die besten, selbstgemachten Donuts gibt. Beide Orte wollte ich Fenja und Gabi zeigen. Außerdem sollte es in der Nähe eine Rangeroad geben, in der es Wildpferdherden und Bären zu sehen gibt. Auf einem kleinen Spaziergang in der Umgebung fanden wir außer Krähen keine Zivilisation, aber große Spuren im Schnee verrieten, dass hier vor Kurzem ein Bär längs gelaufen sein muss (und kleineres Getier).
Am Sonntag lernte Gabi "unsere" Kirche kennen, inklusive Potluck, dem Gemeinsamen Mittagessen im Anschluss an den Gottesdienst. Der Nachmittag verlief entspannt mit Nickerchen und Spaziergang und am Abend wohnten wir einem bunten Kulturprogramm bei: Die Schule hatte für ihr Austausch-Hilfsprogramm in Costa Rica zu einem Wohltätigkeitsabend mit Auktion, Gewinnspiel, mehreren Musikauftritten und Tanzeinlagen eingeladen. Diesen schönen Abend schlossen wir mit einem Tanz zu "Final Countdown", gespielt von einer großartigen Jazz-Bigband.
Liebe Leut, wir freuen uns weiterhin über Mails, Anrufe und Briefe von euch. Und sorry an alle, die immer noch auf eine Postkarte von uns warten - wenn wir im Mai unseren Roadtrip starten, werden wir mehr Zeit dafür haben ;)
P.S.: Tobi ist froh über Cappuccino-Nachschub aus Deutschland und Fenja versinkt in deutschen Frauenzeitschriften, die Gabi mitgebracht hatte. Wir haben's schon wirklich gut!
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