Mittwoch, 28. August 2013

The first contact (25.08.13)

Fenja schreibt:
Also, um nochmal zum eigentlichen Anfang der Geschichte zurückzukommen: Gegen 2 oder 3 Uhr nachts schliefen wir endlich im Gästezimmer von Susi ein. Ganze 3 Stunden und 10 Minuten. Das Aufstehen war ein schwerer Akt, doch um halb sechs hatten wir es geschafft mit gepackten Rucksäcken an der Straße zu stehen und auf Martin zu warten. Ich hatte Angst, dass die Cyclassics uns einen Strich durch die Rechnung machen würden, weil ich Schilder gesehen hatte, auf denen Straßensperrungen von 6-14 Uhr angekündigt wurden.
Martin kam um Punkt 6. Alles ging gut.Die Fahrt nach Frankfurt verlief ziemlich flüssig mit einem längeren Zwischenstop, wo wir uns ein MicroUSB-Kfz-Ladekabel kauften, in der Hoffnung, er würde in unserem späteren Minivan funktionieren.Nach 4 Stunden erreichten wir den Frankfurter Flughafen und waren fasziniert von seiner Größe!Mir war schon den ganzen Tag schlecht vor Schlafmangel und Aufregung und da trug dieser Anblick nicht gerade zur Besserung bei. Der Terminal 2 war voller Menschen unterschiedlichster Herkunft. Von der vollmermumten Muslima bis zum Beachboy. Lange Schlangen reichten von einem Ende der Halle bis zur nächsten. Wir erreichten den Air Transat Schalter und waren sehr freudig überrascht, dass wir nur zwei Personen vor uns hatten. Ein netter farbiger Beamter namens Dominic half uns bei der Orientierung. Martin machte ein Foto von ihm mit uns und fragte ihn später nach seiner Adresse, um im das Bild zuschicken zu können. Er ist gebürtiger Kenianer und lebt zurzeit in Darmstadt.Wir verpackten unsere Wanderrucksäcke in stabile blaue Mülltüten und zurrten sie mit roten  Kofferbändern fest und ab ging die Post!Christa und Detlef hatten uns ziemlich schnell gefunden und aßen sehr leckere Pizzen mit uns, während wir einen tollen Blick auf die Landebahnen genießen konnten.Um 14.10 Uhr mussten wir beim Check-In sein. Hier war die Schlange schon etwas länger. Die allerletzte Verabschiedung stand an und winkend gingen wir in den zollfreien Bereich. Wir vermieden die Läden und gingen gleich weiter durch zur Handgepäckkontrolle. Das war genau richtig, denn als wir durch waren, sollten wir schon sofort einsteigen.Wir hatten sehr viel Glück mit unseren Plätzen. Die Beamtin am Check-In hatte sich Tobi nur 2 Sekunden angesehen und gleich entschieden, dass wir den Notausgangplatz bekommen sollten, wo viel Beinfreiheit war.Tobi links, ich in der Mitte und auf meiner Rechten Moulay. Moulay war Marokkaner, der seit ca. 10 Jahren arbeitsbedingt (Software-Entwickler) in Calgary wohnt. Wir unterhielten uns sehr viel und sehr nett mit ihm und bemerkten, dass unser Englisch garnicht so schlecht ist, wie wir dachten. Es ging uns ziemlich leicht über die Lippen. Dazu muss man sagen, dass das kanadische Englisch wirklich das beste ist. Nicht zu schnell und sehr deutlich.wieder raus und rein. Ihre Mutter kam irgendwann dazu und setzte sich geduldig auf den Boden, um ihr für ihr Spiel alle Zeit der Welt zu lassen. Die 14-monatige war unermüdlich, bis ihre Mutter sie irgendwann küssend zurück zu ihrem Platz nahm.Gegen Halbzeit kam ein kleines Mädchen den Gang entlang und stoppte bei Moulay. Wir hatten rechts und links von uns Klettbänder, die verhinderten, dass andere Flugzeuggäste unsere Beinfreiheit als Gang missbrauchen könnten. Mit denen find die kleine Elina an zu spielen und konnte sich garnicht mehr davon loslösen. Immer wieder löste sie die Bänder und klebte sie dann wieder fest und jedes Mal bekam sie Applaus von uns. Dann entdeckte sie Moulays ausklappbaren Tisch in seiner Armlehne und zog ihn immer   Ich konnte meinen Sitz nicht nach hinten lehnen, weil hinter mir eine Frau die ganze Zeit nach vorn gebeugt las, so war es schwierig einzuschlafen, obwohl ich das echt gebraucht hätte.Eine halbe Stunde vor Ankunft schlummerte ich leicht ein und war unglaublich müde, als wir ausstiegen. Der erste Eindruck von Calgary: Cowboys! Everywhere!Der Flughafen sah sehr altmodisch, aber gemütlich aus und es war ganz schön leer.Jetzt wurde es ernst. Die Visabeantragung!Wir mussten in die Immigration Abteilung und  wurden je einem Officer zugewiesen.Ich muss sagen, dass uns schon im Flugzeug die Freundlichkeit und Offenheit der Kanadier aufgefallen ist, aber diese Herren waren schroff. Ich war sehr aufgeregt und wohl nicht schnell genug mit meinen Antworten. Die Begrüßung lautete: ¨Study or work?¨. Er wiederholte die Frage 1 Sekunden später mit barschem Unterton und ich antwortete: ¨Work.¨ Das war außer ein ¨Bye¨ das einzige, was ich sagen musste. Der Officer brauchte nur meinen Reisepass, druckte mir meine Arbeitserlaubnis aus, klebte sie ein und schon konnte ich gehen.Ich hatte mit tausend Fragen gerechnet, Versicherungsnachweisen, Kontoauszügen, Adressen und vor allem mit dem POE, der Visumsbestätigung, deren Nachweis laut Internet am wichtigsten war.Mit Herzklopfen ging ich nach draußen zum Kofferfließband, wo Tobi schon auf mich wartete.  Wir sind irgendwie aneinander vorbeigelaufen, jedenfalls wartetet ich einige Minuten auf ihn und hatte Angst, dass er durchlöchert und eingekerkert wird, weil er so lange brauchte. Doch dann stand er da, hatte auch noch die Aufregung in den Augen und war genausoschnell vorangekommen wie ich. Ich glaube, diese Officer hatten keine Lust auf Backpackers und wollten ihren Job nur schnell hinter sich bringen.Wir packten unsere verdächtigen Müllsack-Rucksäcke auf einen Kofferwagen und ein Spürhund-Beatle schnupperte daran. Tja, unauffällig.Wir ließen uns Zeit und verließen als Letzte das Flughafengebäude.Ich hatte vor 2 Tagen im Internet ein Bed&Breakfast Hotel gebucht, allerdings sahen die Entfernungen auf der Karte viel geringer als in echt aus. Ein Taxifahrer wollte uns für 50$ hinfahren, das war uns aber zu viel Geld. Wir gingen zurück  ins Gebäude an vielen Cowboygestalten vorbei und fragten an der Information nach einem Bus. Die junge Frau ließ sich alle Zeit der Welt um nach der besten Verbindung zu gucken, sprach zwischendurch mit ihrer Kolleging und druckte uns schließlich eine GoogleMaps Route aus. Auf einer Karte erklärte sie uns, dass wir bei Mac's Tickets für 8,50$ kaufen sollten und dann in den Bus 300 einsteigen sollten. Wir mussten Downtown aussteigen und dann den Bus 1 nehmen, den wir zwischen den riesigen Wolkenkratzern nicht sofort fanden. Die Kanadier haben ein sehr quadratisches System für ihre Infrastruktur. Alle Straßen sind nummeriert, statt mit Straßennamen versehen, was uns bei der Orientierung nahm. Wir brauchten keine Leute um Hilfe fragen, da wir selbst von allen Seiten angesprochen wurden. Ein sehr nettes Völkchen hier! Wir fühlten uns sehr willkommen.Das änderte aber leider auch nichts an unserer  Müdigkeit und mir war schon wieder schlecht.Ab der letzten Haltestelle mussten wir aussteigen und den Rest laufen. Unterwegs trafen wir einen Typen von der Bushaltestelle wieder. Ich konnte nicht mehr... Wir fragten uns durch, bis wir endlich unser kleines Hotel erreichten. Es lag mitten in einer dichten Wohnsiedlung und fiel überhaupt nicht auf zwischen den gleich aussehenden Holzhäusern. So verpassten wir es zuerst und mussten zurücklaufen. Ein kleines Schild ließ uns aufatmen: Along River Ridge Bed&Breakfast. Ein altes Ehepaar (waren früher bestimmt Rocker gewesen) öffneten uns die Tür und hießen uns sehr liebevoll willkommen. Es sah so aus, als ob sie uns schon erwartet hatten, obwohl sie garnicht unsere Namen wissen wollten oder ähnliches. Sie zeigten uns nur kurz das Wohnzimmer, das fast im Kitsch versank, es war ziemlich vollgestellt mit Sofa, Fernseher, Billardtisch, Bücherregale, kleine  Küchenzeile, unendlich viel Deko und das verrückteste: Mitten im Raum ein Whirlpool! Es war gegen 20 oder 21 Uhr (nach deutscher Zeit früh am Morgen), aber es war noch hell genug, um nach draußen sehen zu können. Eine große Fensterfront zeigte den kleinen Garten und direkt dahinter einen riesigen Fluss. Es war so wunderschön und wir fühlten uns pudelwohl. Und unsere Housekeepers waren sehr herzlich.In unserem Zimmer stand ein riesiges mit Verschnörkelungen dekoriertes Bett mit tausend Kissen. Es sah alles sehr amerikanisch und urig aus. Ein kleiner Vorhang führte zum Bad mit Badewanne. Comfortable! Cosy! Das Zimmer hatte alles was man braucht, über Bademantel bis Schokolade. What an arriving! Die Matraze war mindestens doppelt so dick wie die von der Prinzessin auf der Erbse und ohne Erbsen wunderbar gemütlich. Dank Adapter hatte auch der Laptop seinen Schlafplatz.Sodenn: Good night! Fazit des Tages: So viele Gebetserhörungen an einem Tag! God is great!

1 Kommentar:

  1. Sorry für die schlechte Darstellung... wir beheben das vielleicht noch :)

    AntwortenLöschen