(Tobi) ....schön, dich mal wieder zu treffen nach so einer langen Zeit. Aber sag mal Frühling, warum bist du denn so dreckig und matschig? Ach ja, das haben wir dem langen, schneereichen Winter und dem lehmigen Boden zu verdanken. Ganz klar Gummistiefelwetter! Und warum tropft es plötzlich von der Wohnzimmerdecke? Ach ja, das liegt wohl an der Sonne, die du bestellt hast. Nun schmilzt der viele Schnee munter auf dem Dach dahin und bahnt sich einen Weg durch diese zerbrechlichen Dachschindeln. Na dann haben wir endlich auch unseren eigenen kanadischen Dachschaden!Am Dienstag hatte Fenja einen wichtigen Anprobetermin in Chelsea's Schneiderwerkstatt. Björn und Chelsea werden in Kelowna ein eigenes Brautmodegeschäft eröffnen. Zu diesem Zweck hat Chelsea begonnen, das erste von sechszig geplanten Brautkleidern zu nähen. Eben dieses Kleid durfte Fenja anprobieren. Als ich von der Arbeit kam, strahlte sie vor Glück! Uns gefällt beiden die Idee, ein von Chelsea entworfenes und genähtes Brautkleid zu kaufen - und dann auch noch alles in Kanada gemacht. Aber solch eine Entscheidung sollte nicht zu vorschnell getroffen werden - haben ja auch noch ausreichend Zeit ;)
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| Lässige Uhr, nicht wahr? |
Am Donnerstag Morgen sind Björn und Chelsea für einen dreiwöchigen Urlaub nach Deutschland geflogen - nicht ohne vorher bei Fenja eine Extra-Bestellung Subway-Cookies für die deutsche Verwandtschaft abgeholt zu haben. Hier gibt's ne bestimmte Cookie-Sorte, die in Deutschland nicht verfügbar ist (Fenja, Hanna, Björn.. helft mir.. der Name..!).
Am Samstag feierte Fenjas Kollege Omkar seinen Geburtstag. Eingeladen waren einige Kollegen aus umliegenden Subway-Filialen und ein paar treue Stammkunden. Nette, kanadisch internationale, bunt gemischte Truppe. Zur Erinnerung: Omkar ist der Tortenkünster, der uns die unglaubliche Verlobungstorte gebacken hatte. Wir haben ihn scherzhaft schon zum Backen unserer Hochzeitstorte reserviert.
Der Gottesdienst am Sonntag hatte es in sich: Eine Mutter, die vor einigen Jahren ihre sehr junge Tochter verloren hatte, gab ein sehr persönliches, ehrliches Zeugnis ab über ihre Gefühle der Wut und Trauer und wie Jesus nach und nach ihre Wunden heilt. Es folgte ein weiteres, ehrliches Statement, in dem es auch um "suffering" ging. An diesem Sonntag flossen viele Tränen. Und auch in der Predigt sprach Brian davon, dass Gott uns nicht einfach von Leid fernhält. Auf unserer Abschiedsfeier in Deutschland wurde uns immer wieder Glück, Gesundheit und Viel Spaß und tolle Erlebnisse gewünscht. Niemand sagte zum Abschied: "Ich wünsche euch traurige, tränenreiche Gespräche und anstrengende, nervenaufreibende Diskussionen. Auf dass ihr auf ordentlich Gegenwind und Probleme treffen werdet!" Aber genau sowas passiert uns allen immer wieder - unabhängig von unserem derzeitigen Aufenthaltsort. Solange wir auf dieser Erde leben, leiden wir, sind wir fehlerhaft und schwach, fühlen uns verletzt und verletzen andere. Und somit brauchen wir immer wieder Vergebung und müssen uns eingestehen, so vieles einfach NICHT unter Kontrolle und in unserer Hand zu haben. Je überheblicher wir werden, desto mehr verweigern wir uns liebender Hilfe. Wenn es mir durchgehend gut geht, ich nur Glück habe, im Geld bade und alles im Griff habe, kann ich mich schnell von Gottes Liebe abwenden. Aber Gott sehnt sich nach uns. Und durch unsere Unvollkommenheit bleiben wir im Kontakt mit ihm. Um den Bogen zum kommenden Roadtrip zu spannen hier ein Vers aus der Tageslosung vom 5. April: "Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen." (Jakobus 1,27)
Wir genossen in der Kirche unseren letzten Potluck vor dem Roadtrip. Anschließend düsten wir zur Farm, um meinen Papa mit einem Geburtstagsgrußtelefonat vom Schlafen abzuhalten. Der restliche Sonntag lief herrlich ungeplant: Als Hanna und Thomas kamen und wir so am Schnacken waren, kam irgendwer auf die Idee, sich alte Dias von unseren FeG Kanutoren anzuschauen. So baute Thomas uns ein Lichtspielhaus ins Wohnzimmer und los ging der lange Nachmittag mit vielen "Wie-heißen-sie-noch?" und "Wo-war-das-denn?" Aufgaben. Als wir mit allen drei? Kanutouren durch waren, ging es an die Bilder aus Norwins früher Kindheit. Dieses Mal bestand die Aufgabe darin, ausgefallene Fotos für die Hochzeit von Norwin und Ruth herauszusuchen (leider sind wir zu dem Termin schon wieder in Deutschland). Nach einigen Stunden Rumgesitze im Dunkeln wurde ich zu hippelig und entschied mich, schon mal nach Hause vorzulaufen. Draußen beschloss ich spontan, eine abenteuerliche "Abkürzung" durch den Wald zu nehmen. Auf dem Feld war das Gehen durch den schweren, nassen Schnee schon anstrengend. Im Wald angekommen, verschwanden meine Beine dann aber immer wieder komplett im Schnee. Nach einer halben Stunde beschloss ich, meine Expedition abzubrechen und in meinen tiefen Spuren zurückzustampfen. Wieder bei der Farm angekommen war ich so erschöpft, dass ich es dann auch noch eine weitere Stunde auf dem warmen Sofa aushielt.

Wow, gute Worte!
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