Dienstag, 17. Dezember 2013

Ich berichte euch jetzt über die vierzehnte und die fünfzehnte Woche

Setzen wir (in diesem Fall Tobi) die unkreativen Überschriften fort, der Übersichtlichkeit halber...

Das Wichtigste zuerst: Am Dienstag, den 3. Dezember wurde meine Oma stolze 80 Jahre alt! Leider konnten wir nicht mitfeiern ...
Zwei Tage vor Nikolaus deckten wir uns ein mit Weihnachtsdekoration aus dem PRBI. Wir haben das Glück, dass Hanna jedes Jahr zur Weihnachtszeit andere Dekoration für die Bibelschule besorgt und so konnten wir uns aus einem reichen Angebot bedienen! Den Nikolaustag zelebrierten wir dann in einer Kombo aus deutscher und kanadischer (eher amerikanischer) Kultur: Wir hängten unsere geliehenen Riesen-Socken an den Ofen (wie man's in kitschigen Weihnachtsfilmen aus Amerika kennt) und füllten sie uns gegenseitig mit Süßigkeiten und Geschenkchen. Es sind einige Briefe und ein großes Weihnachtspaket bei uns angekommen. Vielen Dank dafür! Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen...

In der letzten Woche fand der Hauskreis an einem besonderen Ort statt: Gerald hat weit weg in Teepee Creek auf der Farm seiner großen Familie (sieben Leut!) weit hinten im Wald eine herrliche Hütte hergerichtet. Dieser Ort ist nur mit dem Snowmobil und zu Fuß erreichbar - so kamen wir also das erste Mal in den Genuss des winterlichen Spaßmobils der Kanadier. Merke: Dein Gesicht wird bei der Fahrt eisig kalt! Ansonsten: Purer Spaß! Die letzten Meter zu Fuß führten durch einen dichten Wald mit verdrehten Bäumen über eine wackelige Brücke. Ich fühlte mich wie in der Schneelandschaft, die man nur durch einen Kleiderschrank erreichen kann...
In der Hütte war's urgemütlich: Bollerofen, Bodenluke mit Feuerholzraum, ein Hochbett, ein großes Sofa, geheimnisvolle Zahlen auf einem riesigen Banner (Überreste eines Flugzeugs, das irgendwo auf dem Grundstück stehen soll), sogar Teppichboden und am besten: Eine Panorama-Plattform, von der aus man über einen halbkreisförmiges Dach aus Plexiglas die Sterne zählen (wenn kein Schnee auf dem Dach liegt..). Passend zu diesen himmlischen Eindrücken sprachen wir über.. den Himmel. Wir können jedem das Buch "Den Himmel gibt's echt!" ans Herz legen: Ein Pastor beschreibt darin in lustiger und erstaunlicher Weise, wie sein vierjähriger Sohn nach einer schweren Operation detailliert von seiner Zeit im Himmel erzählt. Hier die Leseprobe.
Der Freitag war unser bislang schlimmster Monatstag, soweit ich mich erinnern kann. Wir holten aber alle unerfüllten Erwartungen am Samstag nach: Sind dreimal mit dem Minivan im Schnee stecken geblieben und jedes Mal von netten Engeln rausgeholt worden. Engel erkennt man daran, dass sie völlig unerwartet genau im richtigen Moment auftauchen, freundlich und selbstlos helfen und dann genauso plötzlich wieder verschwinden und in der Regel nicht mehr gesehen werden. :) Bis auf der eine Engel, der sich am Montag als einer von Fenjas Stammkunden zu erkennen gab. Nach einem leckeren Essen bei Mama Panda, einem chinesischen Buffett - Restaurant in GP und einer ausgedehnten Shoppingtour bekamen wir überraschenderweise noch Karten für "The Hobbit - The Desolation of Smaug", der am Freitag in den kanadischen Kinos anlief. Unser Fazit: Nochmal ne ganze Ecke spannender als der erste Hobbitfilm - absolut packende Stunden!


Am Sonntag durften wir Engel sein und luden Roland, einen Kollegen von Fenja, zum Snowmobil fahren bei Gerald ein. Es wurde ein tolles Geschenk zu seinem 30. Geburtstag. Roland kommt von den Phillipinen und hat dort seine Frau und seine Tochter. Damit teilt er das Schicksal vieler Leute hier: Sie kommen von weit her, um ihren Familien in ihrem Heimatland ein besseres Leben zu ermöglichen.

Alberta ist mit Öl und Gas sehr reich geworden, aber die Selbstmordrate ist hier höher als irgendwo sonst in Kanada. In den letzten Wochen haben sich in Sexsmith zwei Menschen das Leben genommen und ein Mann hat seine Freundin vor den Augen ihrer beiden jungen Kinder erschossen. In dieser Provinz zeigt sich auf brutale Weise, dass das Leben über seine finanziellen Basic Needs absolut kein Garant für ein glückliches Leben ist. Wenn du einen Mangel an seelischen Basic Needs hast, bringt Dir all das viele Geld nichts. Am Sonntag hat Brian eine passende Bibelstelle dazu zitiert: 1. Thimoteus 6,8 und 9 :

"Wenn wir also Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen.
Wer unbedingt reich werden will, wird sich in einem Netz von Versuchungen verfangen und allen möglichen unsinnigen und schädlichen Wünschen erliegen, die einen Menschen zugrunde richten und ins Verderben stürzen."

Und als Schlusswort : Seht euch mal das Lied "Joy to the World" an. Es ist eigentlich kein Weihnachtslied, weil es nicht um die Geburt von Jesus geht, sondern um sein späteres zweites Wiederkommen. Und damit wären wir wieder beim Thema Himmel.. ;)

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