Sonntag, 17. November 2013

Elfte Woche - Autos und Fußball !

Nachdem am Sonntag unser Van morgens nicht ansprang und Björn uns Starthilfe geben musste, wurde es Zeit, zu handeln! Unser Reisemobil hatte sie die letzten Tagen wieder wie ein Trecker angehört und erschreckend viel Benzin geschluckt. Der Computer spuckte die Fehlermeldung aus, dass mit dem ersten Zylinder etwas nicht in Ordnung sei. Wir sagten uns: Wenn schon, denn schon! Dieses Auto soll uns noch sieben Monate Kanada zeigen, also beschlossen wir, alle sechs Zündkerzen inklusive Anschlusskabel auszutauschen. Nach 327.000 km durfte das auch mal passieren :) Wäre dies kein öffentlicher Blog, würde ich jetzt alle mir in den Sinn kommende Schimpfwörter nutzen, um meine Gefühle zu Motoren kanadischer Minivans zu beschreiben. Der Motor ist dermaßen kompakt gebaut, dass man an drei der sechs Zündkerzen nur herankommt, wenn man das Auto aufbockt, drunterkriecht und seinen kompletten Arm durch den Motorraum zwängt, um dann mehr oder weniger blind mit Knarre und Schraubschlüssel die mit der Zeit festgerosteten Zündkerzen irgendwie herauszudrehen – immer in der Hoffnung, die porösen Kabel beim Abziehen der Kappe nicht abzureißen (ist öfter passiert...). Nun ja, kurz gesagt: Es hat Stunden gedauert! Und Björn hat nen Orden verdient, weil er die weitaus meiste Arbeit hatte. Die Mühe hat sich aber gelohnt: Nun surrt unser Gefährt wieder und wir freuen uns über Verbrauchswerte von 5 bis 8 Litern auf dem Highway!
Am Dienstag hatten wir Full House: Caregroup bei Fenja und Tobi. Wir genossen es, Gastgeber zu sein und Fenjas Cinnemon Buns kamen gut an. Nach einer ausgiebigen Diskussion beschlossen wir, in der nächsten Woche mit dem Lesen des Buches „The Porpose Driven Live“ von Rick Warren zu beginnen.

Die folgenden Tage nutzten wir, um die allgemeinen Klischees von Mädelsabenden und Männerabenden zu erfüllen: Fenja schaute sich eine Seifenoper in englischem Hofe an, während ich ein paar Wohnungen zu „A-Team – Der Film“ eingeladen war. Während die Mädels am Schnattern waren, füllten wir Jungs die Pausen mit dem Nutzen unserer Smartphones – jeder für sich.
Am Samstag ging es ähnlich weiter: Während Fenja zu Judes Babyshower in die Kirche eingeladen war (eine Art Sponsorenparty für neugeborene Babys, die den Frauen vorenthalten ist), trafen wir zurückgebliebenen Männer uns zu Hause bei Judes Papa Luke, um uns bei gelieferter Pizza über Landmaschinen mit 600 PS und der harten Arbeit zu unterhalten. Vorher war aus dem Lager des anderen Geschlechts die Flutung des Kühlschranks mit diversen Softgetränken in die Wege geleitet worden – vermutlich, um etwaigen Alkoholkonsum zu unterbinden. So hatten wir immer noch einen klaren Kopf, als mir die Jungs das Pokern beibrachten.
Ach ja, und dann war da noch Ulf. Ich traf ihn bei der Arbeit, als er auf der anderen Straßenseite seine Auffahrt freischippte. Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Nummernschild, das uns als Deutsche ausweisen würde – nun hatte ich so eins auf seinem Touareg entdeckt! Wir unterhielten uns über die „lächerlichen amerikanischen Autos“ (er hatte noch zwei schnelle Audis in der Garage stehen) und er war froh, sich mal wieder auf deutsch unterhalten zu können. Ulf vermisst am meisten die deutsche Bockwurst und Döner :) Und als Dortmunder ist der ganz klar BVB Fan und Schalke ist natürlich scheiße. Hach ja, echte Deutsche Kultur...

Am Freitag schlitterten wir im Dunkeln auf dem Highway an einen riesigen LKW vorbei, der sich auf der Fahrbahn um 180 Grad gedreht hatte und in einer gefährlichen Schieflage auf dem Grünstreifen zum Stehen gekommen war. Kurz vorher bot sich uns das Bild eines ausgerutschten Kleinlasters, der öffentlichkeitswirksam mit seinem Schriftzug „on site“ auf dem Grünstreifen „parkte“. Wir waren erleichtert und dankbar, unbeschadet wieder zu Hause angekommen zu sein!
Die Woche endete mit einem Paukenschlag! Während Fenja am Samstag mithalf, die Kirche für die Babyshower zu dekorieren, probte eine Bandbesetzung für den Sonntag. Mir gefielen die Lieder und so fragte ich, ob ich dazu Schlagzeug spielen dürfte. So kam es, dass ich heute meinen ersten Einsatz als Schlagzeuger hatte – ohne jemals Unterricht genommen zu haben. Nun suche ich dringendst jemanden, der mich befähigt, das Gefühl zu bekommen, dass ich das auch wirklich kann. Nun ja, es hat ausgereicht, um eingeladen worden zu sein, beim nächsten Mal wieder mitzumachen.

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